Die FrankfurtRheinMain GmbH International Marketing of the Region (FRM GmbH) war mit einer Delegation unter Leitung des Oberbürgermeisters Mike Josef zu Gast in London, um sich mit führenden Vertreterinnen und Vertretern des Londoner Finanz- und Wirtschaftsstandorts auszutauschen. Ziel des Besuchs war es, bestehende Kontakte zu vertiefen, aktuelle regulatorische und wirtschaftliche Entwicklungen zu erörtern und Frankfurt mit der Metropolregion RheinMain als leistungsfähigen Standort für Finanz- und Technologieunternehmen zu positionieren. Zur Delegation, die den Frankfurter Oberbürgermeister begleitete, gehörten unter anderem Dr. Sabine Mauderer, Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank, Stephanie Wüst, Dezernentin für Wirtschaft, Recht und Stadtmarketing der Stadt Frankfurt, Eric Menges, Geschäftsführer der FRM GmbH, Frank Scheidig, Global Head of Senior Executive Banking DZ BANK AG und Mitglied des Vorstandes und Chairman Regionalkomitee Rhein-Main der Britisch Chamber of Commerce Germany (BCCG), Dr. Ingrid Hengster, Deutschlandchefin der britischen Großbank Barclays, Hubertus Väth, Geschäftsführer Frankfurt Main Finance e.V. und Nicolo Salsano, CEO der Standard Chartered Bank AG und Mitglied des Vorstandes Verband Internationaler Banken.
Mike Josef, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main und Aufsichtsratsvorsitzender der FRM GmbH: „Mit unserem Besuch in London führen wir den Dialog mit einem der weltweit wichtigsten Finanzplätze fort. Zehn Jahre nach dem Brexit stehen viele internationale Unternehmen weiterhin vor strategischen Standortentscheidungen innerhalb Europas. Vor dem Hintergrund neuer regulatorischer Vorgaben wie der CRD VI, aktueller Entwicklungen im Bankensektor sowie der wachsenden Bedeutung von Technologie- und FinTech-Unternehmen ist es wichtig, im Gespräch zu bleiben. Unser Ziel ist es, Frankfurt und die Region Frankfurt RheinMain als stabilen, leistungsfähigen und attraktiven Standort innerhalb der Europäischen Union zu positionieren, nicht zuletzt auch mit Blick auf Lebensqualität für internationale Fachkräfte.“
Ein wichtiger Programmpunkt der Reise war die von der FRM GmbH organisierte Veranstaltung „Frankfurt meets London“. Im Fokus standen der persönliche Austausch, die Pflege bestehender Kontakte und der Dialog zu aktuellen Entwicklungen im Finanz- und Wirtschaftssektor. Eric Menges warb mit seiner Präsentation „Frankfurt RheinMain as European Business Powerhub“ vor Vertreterinnen und Vertretern des Finanzplatzes London für die Stärken der Metropolregion. Besonderes Highlight: Dr. Jörg Kukies, ehemaliger Finanzminister der Bundesrepublik Deutschland, kam kurzfristig zu der Veranstaltung dazu und warb in seinem Vortrag für die Chancen, die Deutschland und die Metropolregion bieten. Er berichtete zudem, dass er im November nach Frankfurt umziehen werde, um dort die Rolle des Country Head für Deutschland und Österreich sowie die des CEO und Vorsitzenden des Vorstands der Morgan Stanley Europe SE Group zu übernehmen.
Im Anschluss an das Business Breakfast fand ein Austausch mit dem für Wirtschaft zuständigen Deputy Mayor von London, Howard Dawber, statt. Londons Oberbürgermeister Sadiq Khan kam spontan zu diesem Termin dazu und tauschte sich mit Mike Josef, Oberbürgermeister von Frankfurt, aus. Im Mittelpunkt des Gespräches stand die enge Verbindung zwischen Frankfurt und London sowie die weitere Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Metropolen.
Ein weiterer Programmpunkt war ein Lunchtermin mit Jérôme Stern, geschäftsführender Partner J. Stern & Co. Das Bankhaus etabliert sich aktuell wieder in Frankfurt und knüpft damit bewusst an seine historischen Wurzeln an. Als traditionsreiches Finanzinstitut war es bereits früher eng mit dem Finanzplatz verbunden, bevor es während der Zeit des Nationalsozialismus zur Emigration gezwungen wurde. Die Rückkehr nach Frankfurt steht somit nicht nur für eine wirtschaftliche Neuaufstellung, sondern auch für die Wiederanknüpfung an eine lange unterbrochene Geschichte und die erneute Verankerung im internationalen Finanzzentrum.
Am Abend kamen die Mitglieder der Frankfurt RheinMain Delegation in den Räumen der Deutschen Bank zu einem Executive Dinner mit Vertreterinnen und Vertretern des Finanzplatzes London zusammen. In vertraulichem Rahmen bot die Veranstaltung Raum für Gespräche über die aktuelle Entwicklung der europäischen Finanzdienstleistungslandschaft sowie für einen offenen Austausch zu Investitions und Kooperationsmöglichkeiten zwischen beiden Finanzzentren. An dem Dinner nahmen unter anderem Fabrizio Campelli, Mitglied im Vorstand der Deutschen Bank AG und Vathany Vijayaratna, CEO Deutsche Bank für UK und Irland teil.
„Zehn Jahre nach dem Brexit-Votum verlagern Unternehmen weiterhin Funktionen und Personal zwischen internationalen Standorten. Der Besuch verfolgt ausdrücklich nicht das Ziel, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezielt von London nach Frankfurt zu bewegen. Vielmehr geht es darum, sicherzustellen, dass Frankfurt und die Metropolregion RheinMain bei unternehmensinternen Umstrukturierungen innerhalb der EU weiterhin zu den ersten Standortoptionen zählen“, so Eric Menges, Geschäftsführer der FRM GmbH.
Die Reise knüpfte an einen Besuch im Jahr 2024 an. Seitdem haben sich die regulatorischen Rahmenbedingungen im Bankensektor innerhalb der Europäischen Union spürbar weiterentwickelt. Vor diesem Hintergrund überprüfen internationale Banken verstärkt ihre Strukturen und Standortentscheidungen und zeigen ein zunehmendes Interesse daran, ihre Präsenz in Frankfurt auszubauen. Ein Treiber dieser Entwicklungen ist das neue Finanzregulatorium CRD VI (Capital Requirements Directive VI), das mit erweiterten europäischen Eigenkapital- und Governance-Anforderungen einhergeht. In diesem Kontext gewinnt Frankfurt als zentrales regulatorisches Drehkreuz der Europäischen Union weiter an Bedeutung.
Zusätzliche Impulse ergeben sich aus der geplanten Neuausrichtung des deutschen Rentensystems, durch die sich weitere Chancen für Finanzinstitute eröffnen. Auch hier positioniert sich Frankfurt als leistungsfähiger Standort mit ausgeprägter Expertise in den Bereichen Asset Management, Banking und Finanzdienstleistungen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Reise lag auf dem Technologiebereich. Zahlreiche in London ansässige Technologieunternehmen werden mittel- bis langfristig in die EU expandieren und suchen Standorte mit einem starken Kundenpotential, regulatorischer Stabilität und einem breiten Angebot an qualifizierten Fachkräften. Frankfurt RheinMain bietet dafür beste Voraussetzungen: Das hiesige Start-up-Ökosystem hat sich in den vergangenen Jahren sehr dynamisch entwickelt und deutlich an Sichtbarkeit gewonnen.
